Zelten gegen die Finanzkrise: Rund 8000 überwiegend junge Demonstranten der weltweit wie Phönix aus der Asche aufgestiegenen Occupy-Bewegung protestierten in der Bundeshauptstadt gegen die Folgen von etwa Euro-Rettungsschirm oder Rekord-Verschuldung. Junge Politiker hat sich für euch ins Getümmel gestürzt.
Für Aufsehen sorgte die bunt durcheinander gewürfelte Occupy-Berlin-Gemeinde durchaus. Einige Politik-Veteranen in grauer Haarpracht waren zwar zu sehen, bildeten aber nicht die Mehrheit des eher jung wirkenden Global-Kollektivs. Zu Akustikgitarren, Hardcore-Techno und brasilianischen Samba-Trommeln wurde getanzt, gesungen und – angeblich auch hier und da gezeltet. Die kleine Occupy-Zeltstadt am Bundespressestrand hat wohl aber nur kurzen Bestand.
Dass im Berliner Regierungsviertel nach spanischem oder amerikanischem Vorbild dauerhafte Protest-Camps der Occupy-Freunde entstehen werden, ist wenig wahrscheinlich. Dennoch: Die Idee von Occupy, Demonstrieren mit Zelten zu verbinden, ist eine durchaus originelle Neuauflage des in die Jahre gekommenen Sitzstreiks geworden.
Am Ende stellt sich die Frage: Reicht das? Kann Occupy in Deutschland sowohl friedlich bleiben und zudem eine ernstzunehmende politische Kraft werden, die in Sachen Wirtschafts- und Finanzpolitik Einfluss auf die derzeitigen Geschehnisse rund um den Euro nehmen kann? Vor allem die linke Parteipolitik hat die offene Occupy-Bewegung aber stellenweise bereits erfolgreich “unterwandert”: So waren in Berlin viele Fahnen der LINKEN zu sehen.
Da is ja einiges los. Wird sich zeigen, ob occupy eine neue Bewegung wird.