„Jeder Politiker muss sich durchboxen“: Henning Höne verschafft sich bei Partei-Granden Gehör

"Abgeordnete sind auf verlässliche Informationen angewiesen": Henning Höne (l.). Foto: Julis NRW

„Abgeordnete sind auf verlässliche Informationen angewiesen“: Henning Höne (l.). Foto: Julis NRW

Henning Höne (26) ist der jüngste Abgeordnete im Landtag in NRW. Der FDPler erzählt Junge Politiker, wie er sich in Düsseldorf gegenüber unterschiedlichen politischen Zirkeln und Interessens-Gruppen durchsetzen muss und warum er gern mal ein ernstes Wörtchen mit dem US-Präsidenten reden würde.

Junge Politiker: Hallo Henning. Wie kannst du dir Gehör in deiner eigenen Partei verschaffen?

Henning Höne: In der Politik geht es immer darum, die Mehrheit von einer politischen Haltung, einem Programm oder einer Person zu überzeugen. Insofern muss sich jeder Politiker durchboxen, völlig unabhängig von Alter oder Erfahrung. Ich persönlich habe weder im Landtag noch davor während meines ehrenamtlichen Engagements das Gefühl gehabt, wegen meines Alters nicht gehört zu werden. Wer sich gut vorbereitet und mit der eigenen Arbeitsleistung überzeugt, kann auch in der Partei und darüber hinaus etwas bewegen.

Junge Politiker: Wie unabhängig kann man als Abgeordneter überhaupt sein?

Henning Höne: Die größte Abhängigkeit besteht sicherlich gegenüber dem Wähler – das ist ja so gewollt und richtig so. Durch angemessene Diäten, die Amtsausstattung usw. ist ein größtmögliches Maß an finanzieller Unabhängigkeit der Abgeordneten aber gesichert. Allerdings sind Abgeordnete auf verlässliche und ungefilterte Informationen angewiesen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Diese Informationen bekommen wir natürlich von Interessengruppen.

Junge Politiker: Wie oft kommen denn Lobbyisten auf dich zu und was sind ihre Anliegen?

Henning Höne: Ich spreche natürlich regelmäßig mit solchen Gruppen – egal ob Bürgerinitiative, Wirtschaftsverband oder Forschungsinstitut. Die Häufigkeit und die Art der Anliegen sind immer unterschiedlich, es kommt auf die aktuell diskutierten Themen im Landtag an. Klar ist, dass sich jede Gruppierung für die eigenen Interessen stark macht. Ich finde es wichtig, mit den Vertretern aller Seiten zu sprechen. Aufgabe der Politik ist es dann, alle vorgetragenen Interessen gründlich und sachlich abzuwägen.

Junge Politiker: Und wie bringst du deine politischen Anliegen innerhalb der Fraktion nach vorn? Welche Ziele hast du dir für diese Legislaturperiode gesetzt?

Henning Höne: Für mich ist eine umfassende fachliche Vorbereitung das Wichtigste. Denn nur mit Fakten kann ich meine Kollegen überzeugen, Anliegen durchsetzen und Themen platzieren. Schon seit ich mich politisch engagiere setze ich mich dafür ein, dass sich die FDP inhaltlich breiter aufstellt und auch außerhalb der Steuer- und Wirtschaftspolitik von den Menschen wahrgenommen wird. Darum möchte ich in dieser Legislaturperiode dazu beitragen, dass die FDP ihr Profil in meinen Fachbereichen Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz stärken kann. Ich finde zum Beispiel, dass zur Nachhaltigkeit nicht zur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Aspekte gehören. Die Landesregierung vernachlässigt die ökonomischen und sozialen Aspekte viel zu oft. Es ist eine Aufgabe der FDP, hier Alternativen vorzulegen.

Junge Politiker: Die FDP hat aber mehrere Wahlniederlagen in letzter Zeit hinnehmen müssen…

Henning Höne: Wir haben zwar Regierungsbeteiligungen verloren, aber Wahlverlierer war die FDP in Schleswig-Holstein, NRW und Niedersachsen sicherlich nicht. Überall konnten wir unsere Ergebnisse verbessern. Aber es stimmt: Bis zur Bundestagswahl haben wir noch viel Arbeit vor uns, um die Wähler erneut von unseren politischen Zielen und Leistungen zu überzeugen.

Junge Politiker: Wie denn?

Henning Höne Meine persönliche Strategie ist dabei recht einfach: Viel Herzblut, persönlicher Einsatz und Engagement. Es macht einen riesigen Unterschied, ob die FDP Regierungsverantwortung trägt oder nicht. Das sehen wir gerade in NRW.

Junge Politiker: Warum?

Henning Höne: Mit der FDP gibt es solide Finanzen, Freiheit für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie eine Politik, die den Bürger selbst in den Mittelpunkt stellt. Ohne die FDP gibt es Rekordverschuldung, Gängelung in Universitäten, Kneipen und Karnevalszelten und eine Konzentration auf den Staat. Wenn wir diese Unterschiede aufzeigen bin ich sicher, dass wir bei der Bundestagswahl acht bis zehn Prozent erreichen können.

Junge Politiker: Du bist auch Mitglied bei Amnesty International. Was ist dir dabei wichtig?

Henning Höne: Amnesty International kämpft weltweit für die universellen Menschenrechte. Als Nicht-Regierungsorganisation ist Amnesty bei diesem Kampf oft kreativer, wendiger und öffentlichkeitswirksamer als die offizielle Diplomatie dies sein kann. Einen solchen Einsatz finde ich unglaublich wichtig – darum bin ich seit einigen Jahren dort Mitglied.

Junge Politiker: Wenn du einen Politiker treffen könntest und ihm/ihr eine Frage stellen könntest. Wer wäre das und was würdest du ihn fragen?

Henning Höne: Ganz aktuell wäre das Präsident Barack Obama. Ich hätte viele Fragen an ihn zum aktuellen Überwachungsskandal und zu seiner Einstellung zu Freiheits- und Bürgerrechten.

Junge Politiker: Danke für das Gespräch Henning!