Ja, nein, jein! Katrin Albsteiger zum Rettungspaket für Griechenland

Aktuell läuft im Bundestag die Debatte über die Stabilitätshilfen für Griechenland.

Posted by Katrin Albsteiger on Freitag, 17. Juli 2015


Facebook-User in heller Aufregung wegen Hellas

Das dritte vom Bundestag verabschiedete Rettungspaket für Griechenland ist kaum 48 Stunden alt, da kündigt Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras mal so eben Neuwahlen an. Politische Stabilität sieht anders aus. Dass der Sozialist diese Wahlen haushoch verliert, ist eher nicht zu erwarten. Doch mit oder ohne Syriza am Ruder in Athen, mit oder ohne Rettungsmilliarden wird der griechische Schuldenberg nicht wirklich abgetragen sein. Das sieht die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten wohl immer noch anders – Katrin Albsteiger (31) etwa von der CDU-Fraktion, die noch einige Wochen zuvor ein Plädoyer für eine erneute Finanzspritze hielt. Es gab ein starkes Echo der User auf Facebook. Bei dem starken Gegenwind hätte man vielleicht anders reagieren müssen, als starr die Kaudersche Fraktionslinie nachzubeten.

Hat sich Katrin Albsteiger ihre erste Legislaturperiode im Bundestag so vorgestellt? Haufenweise politische Großbaustellen und am Ende werden Entscheidungen per Fraktionszwang durchgepeitscht.

Sie vertrat jedenfalls vehement über ihren Blog via Facebook eingebrachte Meinung, dass „ihrer festen Überzeugung nach das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro und die Einführung einer eigenen Währung die einzige Chance wäre, dass Griechenland aus eigener Kraft ökonomisch auf die Beine kommt.“ Das klingt zunächst ganz so, als würde sich Katrin Albsteiger in die Reihe der Unions-Rebellen stellen, die mit „Nein“ stimmten – und deren weitere Karriere zumindest in Angela Merkels Pro-Euro-CDU damit nun recht begrenzt sein dürfte.

Gegen das Rettungspaket sein aber mit Ja stimmen

Doch weit gefehlt. Auch Katrin Albsteiger kündigte ihre Ja-Stimme an. Ihre Erklärung dafür hört sich allerdings etwas bizarr an: „Jetzt droht uns die Transferunion, die m.E. politisch von linken Regierungen in Europa tatsächlich intendiert wird. Wer das verhindern will, muss, so paradox das klingen mag, jetzt zustimmen, um nicht die letzte Bastion gegen die Transferunion zu schleifen: die deutsche Bundesregierung unter Angela Merkel“, schreibt sie weiter.

Daraufhin beginnt eine heftige Diskussion. Nicht viele User können Katrin Albsteigers Kurs nachvollziehen. „Ist doch nur ein weiterer Länderfinanzausgleich, halt auf internationaler Ebene“, schreibt ein User. Katrin Albsteiger antwortet, dass „eben genau das soll es nicht werden“. Nun ja, man wird sehen, ob es auch noch ein viertes oder fünftes Rettungspaket geben wird. Wolfgang Schäuble beteuerte schon 2010 vollmundig, es werde bei dem einen Rettungspaket für Griechenland bleiben.

Zumindest hat sich Katrin Albsteiger einige Male in die Diskussion eingemischt und auf die Fragen und die Kritik geantwortet. Das ist bei so manchen Behörden und ihren Facebook-Auftritten praktisch gar nicht zu sehen.

Ein Gedanke zu „Ja, nein, jein! Katrin Albsteiger zum Rettungspaket für Griechenland

  1. Isabelle Huber

    Im Prinzip hat Katrin Albsteiger das ausgesprochen was alle denken:
    „Sie vertrat jedenfalls vehement über ihren Blog via Facebook eingebrachte Meinung, dass „ihrer festen Überzeugung nach das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro und die Einführung einer eigenen Währung die einzige Chance wäre, dass Griechenland aus eigener Kraft ökonomisch auf die Beine kommt.““
    Nur leider, als es darauf ankam, hat sie mit „Ja“ für ein weiteres Hilfspaket gestimmt. Das ist sehr schade. Wie sagt man so schön?! Alle guten Dinge sind drei! Oder vier? Oder fünf? Oder…..

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