Edward Snowden: „Held, Verräter – ich bin bloß ein Bürger mit einer Stimme“

Der wahrscheinlich größte Geheimnisverräter der USA, Edward Snowden (32), hat sich im Netz zurückgemeldet. Per Twitter kommentiert der NSA-Whistleblower von nun an politische Themen. Mit Fug und Recht kann man Snowden als großen jungen Politiker bezeichnen, dessen Enthüllungen nach wie vor die Weltpolitik beschäftigen.

„Jetzt arbeite ich für die Öffentlichkeit“

„I used to work for the government. Now I work for the public“, schreibt er auf seinem Twitter-Profil. Und er folgt seinem ehemaligen Arbeitgeber auf Twitter, der National Security Agency. Der Mann hat trotz des unglaublichen Drucks, der auf ihm lastet, eine ordentliche Portion Humor.

Snowden wird von den USA Diebstahl von Regierungseigentum, widerrechtliche Weitergabe geheimer Informationen sowie Spionage vorgeworfen (jede der drei Straftaten ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren belegt). Keine schönen Aussichten.

Daher wird er wohl weiter im russischen Exil ausharren. Zumal die deutsche Bundesregierung trotz des dringenden Verdachts, dass durch die systematische, jahrzehntelange NSA-Überwachung in Deutschland Grundgesetz-Artikel 10 massenhaft verletzt wurde, die Voraussetzungen für Snowdens Aufnahme in Deutschland als nicht erfüllt ansieht. Allein das ist ein bodenloser Skandal.

Vieles ist noch längst nicht aufgeklärt

Snowden gibt sich wie immer bescheiden: „Held, Verräter – ich bin bloß ein Bürger mit einer Stimme“, antwortet er in seinem Tweet und sieht sich nach wie vor ganz der Aufklärung der NSA-Praktiken verpflichtet. In nicht mal 24 Stunden hat er 1.000.000 Follower eingesammelt. Dabei wird es nicht bleiben. Die Welt will von ihm mehr erfahren.

Der NSA-Skandal ist auch hierzulande nicht aufgeklärt, der Untersuchungsausschuss dümpelt vor sich hin, der Generalbundesanwalt stellte die Untersuchungen wegen Angela Merkels von der NSA wahrscheinlich abgehörten Handy ein und die Bundesregierung selbst hat von Anfang an in der Sache abgewiegelt. Die USA selbst haben einem No-Spy-Abkommen gegenüber ihrem wichtigen Partner und Alliierten eine Absage erteilt.

Es werden weitere Enthüllungen aus dem Snowden-Fundus zu erwarten sein. Die Sache ist noch lange nicht ausgestanden.