Peter Tauber plädiert für „Leitkultur“ des von Merkel kaltgestellten Friedrich Merz

Sauerkraut und Vollkornbrot, Weihnachtsmärkte und Modelleisenbahn: Wenn es darum geht, was Deutschland auszeichnet,…

Posted by Peter Tauber on Samstag, 10. Oktober 2015


CDU-Generalsekretär Peter Tauber (41) sollte fairerweise den Urheber seiner angeblich neuen Idee einer Leitkultur nennen: Friedrich Merz. Der damalige CDU-Bundestagsabgeordnete hatte sich in der WELT schon im Jahr 2000 für „Regeln für Einwanderung und Integration als freiheitlich-demokratische deutsche Leitkultur“ ausgesprochen. Damals hagelte es noch und nöcher Kritik gegenüber Merz‘ Vorstoß: Wie könne man nur, hieß es damals. Heute soll die Leitkultur quasi über Nacht politische Realität werden.

Es ist klar, was Peter Tauber zu dem parteitaktischen Manöver treibt: Angesichts der Flüchtlingskrise verlieren im rasanten Tempo immer mehr Bürger, Landräte, Bürgermeister und Landesregierungen den Mut bzw. die Geduld mit der Bundesregierung – immer weniger würden zudem Union wählen. Die SPD muckt diesmal interessanterweise – anders als 2000 – nicht großartig auf. Diesmal geht es ums Ganze, und die Dimensionen der Einwanderung sprengen alles bisher Dagewesene.

Noch immer sind die Verfahren in dem Asyl-Chaos nicht schneller und effizienter geworden – im Gegenteil. Noch immer ist der Zustrom weiterer Flüchtlinge nach Deutschland ungebrochen. Da versucht der Generalsekretär zu retten, was zu retten ist von Merkels planloser Politik.

„Deutschland wird sich verändern. Wichtig ist, dies zu lenken – mit einem neuen Leitbild“, schreibt Tauber auf Facebook. Ein Lenken findet aber doch gar nicht statt. Nicht mal die Verwaltung klappt mehr richtig.

Sind die einschneidenden Veränderungen mehrheitlich beschlossen worden?

Und hat man vor solch einschneidenden Veränderungen des Volkes Stimme gehört? Etwa mit einem Referendum? Hat man natürlich nicht, weil es ein solches auf Bundesebene gar nicht gibt. Ein enormer Vertrauensverlust in die Politik wird die Folge sein.

Die Kommentare unter Taubers Post sprechen Bände: „Weihnachtsmarkt darf man noch sagen, Herr T.? Wie lange noch?“, fragt einer. „Liegt an Ihnen – Zahlen Sie brav Kirchensteuer?“, entgegnet Tauber. Mehr am Thema vorbei antworten ist nicht möglich. Schon in vergangenen Jahren ist etwa in Berlin hier und da der Weihnachtsmarkt durch Wintermarkt ersetzt worden – aus Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle.

Ein anderer kommentiert in Richtung Tauber: „In seiner Position muss er so etwas schreiben. Und genau das ist das Problem. Es sind genau diese Typen, die das System Merkel aufrecht halten, die Realität ausblenden.“

Friedrich Merz‘ Idee der Leitkultur war bereits vom Islamwissenschaftler Bassam Tibi übernommen worden. Dennoch wurde Merz damals gehörig gescholten für seinen Vorstoß. Außerdem wurde er der damals aufsteigenden Angela Merkel politisch immer gefährlicher. Bis er irgendwann ganz von der späteren Kanzlerin kaltgestellt worden ist in der CDU.

Ein Gedanke zu „Peter Tauber plädiert für „Leitkultur“ des von Merkel kaltgestellten Friedrich Merz

  1. Jörg B.

    Wir haben ja durchaus auch gute Erfahrungen mit Migranten gemacht. Gut gebildete Menschen, welche schnell die Sprache erlernt haben, leben in den meisten Fällen heute gut integriert unter uns. Da gibt es nur äußerst selten im Arbeitsleben noch im sonstigen Zusammenleben Probleme.

    Das Problem beginnt dann, wenn ein niedriger Bildungsstand und nicht mehr genügend Arbeitsplätze sowie Wohnungen für die Menschen da sind. Krawallmacher findet man, egal ob nun in der radikalen rechten Szene oder bei den Zuwanderern überwiegend bei Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau. Dort werden unter den heutigen Rahmenbedingungen kaum noch unsere Werte vermittelbar sein. Diese Menschen sind anfälliger für religiöse oder kriminelle Rattenfänger.

    Auch Herr Tauber lässt diesen Aspekt in seiner Betrachtung außen vor und blubbert nur Worthülsen, welche inhaltlich nur schwer oder gar nicht zu füllen sein dürften. Insofern kann ich Ihnen da nur zustimmen, dass diese Politik dazu führen wird, dass wir in den nächsten Jahre Probleme haben werden, welche unsere Gesellschaft und unsere Lebensqualität sehr negativ beeinflussen, auch weil schlichtweg der politische Wille fehlt durch gesetzliche und finanzielle Maßnahmen den Prozess positiv zu beeinflussen.

Kommentare sind geschlossen.